Nursing Education 4 You


 
 

Nursing Education 4 You bietet Informationen, Wissen und Wissenswertes für die Aus-, Fort- und Weiterbildung der Pflegefachberufe. Die Angebote beschränken sich auf Inhalte der Philosophie (der Pflege), der Pflegewissenschaft und -forschung, Pflegepädagogik, Pflegegeschichte und der Pflegeethik.

Philosophische Theorien, Gedanken und Konzepte können der professionellen Pflege, deren originäre Aufgabe die auf wissenschaftlichen Ergebnissen und wissenschaftlich überprüften Erfahrungen beruhende individuelle Fürsorge und Zuwendung ist, eine philosophiekritische Stimme geben, welche die Ökonomisierung unseres Gesundheitssystems als eine Verwirtschaftlichung der Schwachen und Kranken aus humanitär-ethischen Gründen aufdecken und ablehnen muss, weil sie Würde des Einzelnen täglich aufs Neue missachtet und verletzt und somit dem originären Ziel, Zweck und Ethos der Pflegefachberufe widerspricht.

Niemand käme auf die Idee (einige schon), die Judikative von ihrem wirtschaftlichen Erfolg abhängig zu machen und damit die Unabhängigkeit der Rechtsprechung aufzugeben. Wir leisten sie uns um Willen eines hohen Wertes, der Demokratie mit ihrer Gewaltenteilung. Und das ist gut so! Warum also sollten wir uns nicht auch eine gerechte und unabhängige Gesundheitsfürsorge bzw. Krankenversorgung leisten um Willen der Würde des Einzelnen? Eine Gesellschaft und Politik, die Gesunde monetär belohnt und Kranke moralisch und finanziell belastet, versteht Krankheit immer noch, wie einst im Mittelalter, alttestamentlich als eine Strafe "Gottes", als eine selbst zu verantwortende Sünde und Schuld und will Kranke sozial benachteiligen, ächten, marginalisieren und wertlos machen, anstatt sie wertzuschätzen, zu (be)schützen und deren Würde zu achten. Hier sind das Sozialprinzip, das Solidarprinzip und die vom Grundgesetz geschützte Würde des Menschen gleichermaßen zu Gunsten einer ungehemmten Marktwirtschaft längst aufgegeben worden.

Übrigens hatte bereits der deutsche Philosoph und Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 - 1716) seit dem Jahr 1669 zunächst in seiner Schrift Societas Philadelphica und später in seinen Politischen Schriften immer wieder betont, dass ein Staat allein schon aus Eigeninteresse die Pflicht habe, seinen Bürgern eine unentgeltliche Krankenversorgung zu garantieren: Denn einerseits sei das Leben der Menschen "etwas Heiliges und sollte keinen Geschäften unterworfen sein". Andererseits profitiere davon der Staat, dem es nur dann gut gehen könne, wenn es auch seinen Bürgern gesundheitlich gut geht. Dies machte für Leibniz die Gerechtigkeit (justitia) und Weisheit (sapientia) einer Staatsgewalt (potestas) aus.